WBR57 auch in Treptow und Adlershof
Auch im schmalen, langgestreckten und reichlich durchgrünten Bezirk Treptow wurden Baulandreserven mobilisiert, zuerst im Uferbereich des Landwehrkanals kurz vor dessen Einmündung in die Spree. Einen Wiesenpfad, der dort von alters her nach Rixdorf hinüberführte, benannte man im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert nach ehemals ansässigen Gerbereien Lohmühlenstraße. An dieser Straße verlief seit Ende des Zweiten Weltkrieges die Demarkationslinie zwischen dem sowjetisch und dem amerikanisch besetzten Sektor der geteilten Stadt. Hier wurde Ende der fünfziger Jahre ein Aufbaugebiet angeboten.
Die AWG Deutsche Post Berlin beschloss, sich auch an dieser Stelle niederzulassen eingedenk der Tatsache, dass die innerstädtischen Grenzen damals keine ernsthafte Behinderung darstellen. Es wurden die Lohmühlenstraße 21–23 sowie 39–42, die Grabowstraße 16–22 und die Lexisstraße 1–5, alle Typ WBR57, geplant. Wieder unterstützte die Abteilung Hochbau des Trägerbetriebes die Genossenschaft durch die Übernahme der Bauleitung. 1958/59 entstanden sowohl die „kleine Lohmühle" direkt vis-à-vis zum Kanal mit 36 Zwei-Raum-Wohnungen als auch die dahinterliegende „große Lohmühle" mit 40 Drei-Raum-Wohnungen sowie 1960 weitere 74 Wohneinheiten in der Grabow- und Lexisstraße.
