Hinter der Bezeichnung Komplexbauvorhaben Kottmeierstraße verbarg sich die Erschließung eines ausgedehnten Strauch-, Busch- und Laubengeländes, des südlichen Ausläufers des alten Forstbezirkes Wuhlheide, der zwischen der Straße An der Wuhlheide und dem Industrierevier Oberschöneweide lag. Insgesamt waren der Arbeitsgemeinschaft vierzehn Wohnblöcke Q3A mit 440 Wohneinheiten zugedacht. In ihrem dreiseitigen Vertrag legte sie verbindlich fest, wie viele und welche Häuser bzw. Wohnungen nach Fertigstellung davon an jede Seite übergehen sollten. So übernahm die AWG Deutsche Post Berlin 1960 verabredungsgemäß drei Blöcke in der Kottmeierstraße (6–12, 42–48, 57–65) und die Rathenaustraße 27–31, zusammen 148 Wohnungen.
Wie funktionierte diese Arbeitsgemeinschaft und was leistete sie? Sie trat gegenüber der Planungsbehörde, in diesem Fall erneut die Verwaltung des Stadtbezirks Köpenick, gemeinsam als Investitionsträger und mit einheitlichen Forderungen auf und bündelte den Behördenaufwand dadurch, dass sie einen gemeinsamen Bauschein beantragte. Sie war ferner ermächtigt, im Namen der vertretenen Genossenschaften die rechtsgeschäftlichen Handlungen für das bezeichnete Bauvorhaben zu tätigen. Die paritätisch zusammengesetzte Leitung hielt sich an einen Geschäftsverteilungsplan, der den Vertretern der AWG Deutsche Post zunächst einmal die ständige Verbindung und Koordinierung mit ihrem eigenen Vorstand zur Pflicht machte
